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Flüchtlingshilfe Villmar

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Ansprechpartner der Gemeindeverwaltung

Kerstin Laux

Tel.: 06482/9121-30
E-Mail: kerstin.laux@villmar.de

Ansprechpartner der bestehenden Helferkreise des Marktfleckens Villmar

Villmar

Angelika Guidry
Tel.: 06482/1777
Mobil: 0177/6670880
E-Mail: guidry@t-online.de

Aumenau

Nicole Fink
E-Mail: nifink@web.


Kanufahrt zum Runkeler Tipidorf

Ferienprogramm des Helferkreises Villmar begeistert Kinder

 Villmar (jw). Zahlreiche Kinder aus dem Betreuungsbereich des Villmarer Helferkreises erleben zur Zeit abwechslungsreiche Sommerferien. Besonders eine Kanufahrt von Aumenau nach Runkel mit Übernachtung im Tipidorf hat sich zum abenteuerlichen Höhepunkt entwickelt.

 Eingepackt in ihre Rettungswesten und von Nils Nickel von „Willis Bootsverleih“gut eingewiesen starteten 12 Jungen und Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren zu ihrer ersten Bootstour auf der Lahn. Am Steuerpaddel der vier Kanus jeweils ein erwachsener Begleiter, Angelika Guidry, Roland Wolf, Andy Hofmann und Helmut Iken vom Helferkreis Villmar. Proviant und Getränke an Bord, mit Mützen und Hüten vor der brennenden Sonne geschützt. Kurz nach dem Start ein erstes abkühlendes Bad im Fluss: Ausgerechnet das reine Jungenboot kam aus dem Gleichgewicht und kenterte, glücklicherweise im allerdings nur knietiefen Wasser. Unter dem Gelächter aller Teilnehmer schafften es Ahmad, Jaden, Danial und Andy alleine, ihr Boot zu drehen und die Fahrt wieder aufzunehmen. Ohne Zwischenfälle ging es nun lahnabwärts. Unterwegs konnten Libellen und andere Insekten, Schwäne, Enten und Fische beobachtet und nach dem aufregenden Schleusengang in Villmar der imposant wirkende König-Konrad-Felsen mit seinem Denkmal bestaunt werden.

 Mit wachsender Sicherheit lieferten sich die Bootsbesatzungen spontane Rennen und sprangen schließlich vergnügt am Ziel in Runkel in voller Montur zur Abkühlung in die Lahn. Im Tipidorf warteten die weiteren Helfer Monika Müller und Sebastian Guidry mit dem Gepäck für die Nacht im Jungen- und Mädchenzelt. Unter Anleitung von Andy Hofmann schnitzten sich die Kinder Haselnusszweige zurecht, spießten Würstchen auf und grillten sie am Lagerfeuer. Nach Einbruch der Dunkelheit lasen ihnen die Erwachsenen noch bis Mitternacht Gruselgeschichten vor. Das Abenteuer für die Jungen und Mädchen endete am Vormittag mit einem gemeinsamen Frühstück. Einige von ihnen hatten bereits mit Sebastian und Angelika Guidry einen schönen Schwimmbadtag in Niederselters erlebt. Jetzt freuen sich alle angemeldeten Kinder auf ein letztes Sommerferienhighlight, eine Zugfahrt nach Lahnstein mit einer Wanderung durch die Ruppertsklamm.

 „Der Helferkreis bietet neben seinen vielfältigen Angeboten für Erwachsene auch für die Herbstferien wieder ein Programm nicht nur für Kinder ehemaliger Flüchtlinge, sondern grundsätzlich für Bürger im Leistungsbezug“, sagt die erste Vorsitzende, Angelika Guidry, „um auch Kinder aus Familien mit kleinem Budget zu integrieren und zu fördern.“ Dazu gehöre auch die Zusammenarbeit mit der Villmarer Jugendpflege. In der Planung sind Wanderungen z. B. zur Kristallhöhle Kubach, Besuch des Kletterparks Diez oder eine Übernachtung im Heuhotel Weyer. Anträge zur Förderung aus dem Landesprogramm „Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe“ sind gestellt. Nach den Sommerferien beginnt wieder dienstags das „Begegnungscafè“ im Vereinsheim der Leichtathletikfreunde und mittwochs dort für Schulkinder unter dem Motto „Spielen und Lernen“ ein Nachmittagsangebot. Guidry nennt das ‚Integration 2.0‘: „Nicht nur Kreativität fördern, auch Akzeptanz lernen, um im Leben in Deutschland bestehen zu können.“

Foto (Jürgen Weil): Die vier Kanus bei der Ausfahrt aus der Schleuse Villmar

 

 

Ziegen beißen nicht

Villmar (jw). Der Helferkreis Villmar hat im Rahmen eines kleinen Sommerferienprogramms neun Kindern aus Flüchtlingsfamilien einen Natur- und Tiererlebnisnachmittag ermöglicht. Nervin, Ahmad, Ragheb, Simar, Amad, Zainha, Elvedin, Eldin und Eldina waren begeistert.

Erich Grzesista vom Natur- und Erlebnishof Villmar-Weyer traf sich mit der Wandergruppe mit der Vorsitzenden Angelika Guidry, Roland Wolf, Erika Rosenzweig, Monika Müller und Papa Mahmoud am „Galgenberg“ und machte gleich die Kinder mit seiner Hündin „Bella Donna“ vertraut. Zu den weiteren natur- und erlebnispädagogischen Aktivitäten gehörten dann das Bestimmen von Kräutern und Pflanzen am Wegesrand oder das individuelle Bearbeiten von eigenen Wanderstöcken aus Haselnuss mit einfachen, flachen Steinen. Auf einer nahen Weide gab es Kühe und einen Bullen zu bestaunen. „Die eine Kuh ist schwanger!“, erkannte Eldina schnell.

Auf Grzesistas Natur- und Erlebnishof, zu dem auch ein Heu- und Strohlager für Familien oder Kinder- und Schulgruppen gehört, die „Erlebens-Einheiten“ buchen können, ging das Abenteuer weiter. Wachteln, gackernde Hühner und ein aufgeregter, aber zahmer Hahn machten die drei Mädchen und sechs Jungen neugierig. Vor den schnatternden Laufenten flüchteten einige erschreckt zurück und besonders die Ziegen flößten ihnen gehörig Respekt ein. „Die beißen doch nicht!“, sagte Erich Grzesista. Die Erwachsenen waren schon erstaunt über die Ängste der Kinder. Erst die Kaninchen trauten sie sich dann zu streicheln.

Alle Tiere haben artgerechte Stallungen, aber vor allem genügend Auslauf auf einer 1800 qm großen Obstwiese. In der großen Scheune mit Heulager, Spielhäuschen, Essecken und Bewegungsebenen kamen die Kinder wieder zur Ruhe. Auf eine Tafel malten sie ihnen bekannte Tiere und stellten sie anschließend pantomimisch dar. Am Ende standen noch ein kleines Picknick und ein „Freunde“-Lied zum Abschied. Der Helferkreis Villmar wird bei schönem Wetter noch den „Natura Trail“ erwandern und acht bereits angemeldeten Kindern einen Schwimmkurs in Niederselters ermöglichen. Der Erlebnishof hat ein eigenes Sommerferienprogramm, Näheres auf „erlebnishof-weyer.de“. Ende August bietet die Jugendpflege Villmar zusammen mit der öffentlichen Pfarrbücherei dort eine Lesenacht.

Regina Gensinger begeisterte Kids beim kreativen Bemalen von Ostereiern


Wir und die Flüchtlinge – Aus Fremden wurden Freunde.

Wir wollten nicht nur reden – wir haben Taten sprechen lassen.

Gemeinsam etwas bewegt – gemeinsam etwas Gutes getan – gemeinsam etwas geschafft.

 Unter diesem Motto hatten die Leichtathletikfreunde 1987 Villmar zu einem weiteren Aktionstag alle Villmarer Bürger und alle ehemaligen Villmarer Flüchtlinge, die mittlerweile in viele Orte verstreut sind, ganz herzlich eingeladen und viele Flüchtlinge waren der Einladung gefolgt.

Als im vergangenen Jahr rund 200 Flüchtlinge in Villmar waren, wurde viel geredet, positiv und negativ. Der Helferkreis hat sich gegründet und die Leichtathletikfreunde Villmar veranstalteten einen Aktionstag unter dem Motto „Sport kann Brücken bauen“. Die Veranstaltung war sehr gelungen und die LfV bot einen Abend an, sich auf ihrer Anlage sportlich zu betätigen. Aus einem Abend wurden bald 5 bis 6 Abende, an denen sich die Flüchtlinge mit Begeisterung sportlich betätigten. Im Herbst wurden dann diese Menschen im ganzen Kreis verteilt. Der Kontakt ist geblieben und es entstanden Freundschaften. Nun hatten die Leichtathletikfreunde wieder zu einem Aktionstag eingeladen, diesmal unter dem Motto „Aus Fremden wurden Freunde“. Bei herrlichem Wetter kamen fast Hundert Flüchtlinge aus vielen verschiedenen Orten unseres Kreises und freuten sich, genau wie die wenigen Einheimischen auf ein gesundes Wiedersehen. Die Leichtathletikfreunde hatten wieder eine Hüpfburg besorgt, Erika Rosenzweig begeisterte die Kinder mit verschiedenen Spielen, Tauziehen und Staffelläufen und Ingo Messinger organisierte Fußball- und Volleyballturniere. Für alle Gäste gab es kostenlos reichlich gespendeten Kuchen, sowie Kaffee und verschiedene Kaltgetränke. Alle, die erschienen waren, hatten ihren Spaß und ihre Freude.

Auch Bürgermeister Arnold-Richard Lenz und Pfarrer Finger statteten einen Besuch ab.

Die Veranstaltung, die bis 17:00 Uhr geplant war, verlängerte sich um einiges und mache wären gerne noch länger sitzen geblieben, um den Sonnenuntergang, leckeren Kuchen und verschiedene Getränke zu genießen.

Für die Leichtathletikfreunde Villmar, in Zusammenarbeit mit dem Villmarer Helferkreis, war dies eine sehr gelungene Veranstaltung.

Für die Größeren organisierte Ingo Messinger Volleyball- und Fußballturniere.

Erika Rosenzweig begeisterte die Kinder mit verschiedenen Spielen.

  

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Begegnungscafe Plakat

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Villmarer Helferkreis will mit Begegnungsfest die Integration fördern

Villmar (jw). „Ein Fremder ist ein Freund, den man nur noch nicht kennt“ heißt das Motto des Begegnungsfestes, zu dem der Villmarer Helferkreis die Villmarer Ortsvereine sowie interessierte Bürger und Neubürger aus allen Ortsteilen einlädt. Am Samstag, dem 24.9., von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr, wird es am Vereinsheim der Leichtathletikfreunde ein buntes und abwechslungsreiches Programm geben. Ziel ist, die Integration der „Flüchtlinge“ positiv zu beeinflussen, indem Berührungsängste und Hemmschwellen abgebaut, Kontakte initiiert und ausgebaut werden und allen die Villmarer Vereinswelt nähergebracht wird.

Mitmach-Angebote der Ortsvereine

Einige Vereine haben sich bereits mit ihren Ideen angemeldet, so die Leichtathletikfreunde mit Basket- und Volleyball, Katja Istel vom Heidehof mit Ponyreiten, der Sportverein Villmar mit Fußball. Der Tischtennisclub bietet unter anderem Zuschauen bei einem Turnier an, der Gesangverein Teutonia wird Liedgut vorstellen und eventuell einen Kinderchor anleiten. Helmut Iken boult auf dem Gelände des Tennisvereins, Erika Rosenzweig lädt zum Badminton-Spielen, eine Hüpfburg für Kinder ist da und Ingo Messinger von der Kreissparkasse managt einen Ballon-Wettbewerb. Auch die neue Jugendpflegerin Cornelia Döring wird Kontakt mit Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern suchen, ihre Angebote vorstellen und Handbemalung mit Henna zeigen. Der Helferkreis rechnet aber noch mit weiteren Initiativen von Ortsvereinen. Die Flüchtlinge selbst werden mit musikalischen Einlagen vorführen, was sie mit der Gitarre können oder im Tanz-Workshop gelernt haben. Zum Begegnungsfest möchte der Helferkreis auch gerne eine Vielfalt an Leckereien in Form von „Fingerfoods“ anbieten, also alles, was mit Händen gegessen werden kann. Eine Mischung von süß bis salzig, von europäisch über afrikanisch bis hin zu orientalisch. Dazu bittet die erste Vorsitzende, Angelika Guidry, unbedingt um Rückmeldungen: 0177-6670880.

Schwerpunkt Integration

Bei einem Treffen mit dem Kreisausschuss für Soziales hieß es, das „Camp REWE“ werde zum 30.09.2016 geschlossen und nur noch als Puffer für den Notfall dienen. Zurzeit wohnen dort noch etwa 80 Personen, die innerhalb der nächsten vier Wochen in dezentralen Gemeinschaftsunterkünften im Kreis Limburg-Weilburg untergebracht werden sollen. Nach wie vor wird das Engagement der Helfer und aller Bürger dringend benötigt. Der Schwerpunkt wird nun allerdings bei der Integration der bereits in Häusern in der Gesamtgemeinde Villmar wohnenden Menschen liegen sowie ihrer Unterstützung bei Arztbesuchen und Amtsgängen. Bereits jetzt bekommen einige Familien ein- bis zweimal in der Woche Deutschunterricht innerhalb der Hausgemeinschaft, dies kommt sehr gut an. Regelmäßiger Deutsch- und Mathematikunterricht, Alphabetisierung, Hausaufgabenbetreuung für Kinder, Spielenachmittage für Kinder und einmal in der Woche ein „Café der Kulturen“ im Vereinsheim der Leichtathletikfreunde werden angeboten oder sind in Planung. Auch die Menschen, die lange in Villmar waren und nun in anderen Orten im Kreis wohnen, möchte der Helferkreis zumindest in der ersten Zeit im Auge behalten.

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Foto Weil: Auf dem Gelände der Leichtathletikfreunde fand schon im April auf Initiative von Walter Haas ein erstes Begegnungsfest statt. Der Helferkreis Villmar hat das Vereinsheim jetzt tageweise angemietet

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2. Platz für die „Black Stars“ aus Villmar

BlackStars-Streetkingz Foto (Robin Klöppel): Sieger „Streetkingz“ aus Bad Camberg vereint im Jubel mit den „Black Stars“ aus Villmar

(jw). Der RSV Weyer hatte zum Bürgerturnier geladen, Beate Hepp vom Helferkreis wusste sofort, da haben auch „unsere Somalis“ aus dem Schwesternhaus eine Chance, Spaß allemal. Zumal Hassan Hergi, Said Salah, Liban Mahmud und Abu Silah bereits in Weyer Fußball spielen, erfolgreich in der zweiten Mannschaft. Der RSV verzichtete sogar auf das Startgeld für das Flüchtlingsteam, von dem einige schon im letzten Jahr am Start waren. „Für die vielfältige Unterstützung meiner Mannschaft“, sagte Betreuerin Beate Hepp, „ein herzliches Dankeschön an den ersten Vorsitzenden Roger Barthelmes. Der Rasernsportverein trägt damit viel zur Integration der Flüchtlinge bei.“

Am vergangenen Freitag ging es los, neun Männer aus Somalia, einer aus Palästina, einer aus Gambia, die Muslime durchaus geschwächt durch den Fastenmonat. Ihr Name natürlich: Black Stars! Drei klare Siege gegen den „Mieser FC“, die „jbg“ (jung – brutal gutaussehend) und den „Teamgeist“, zwei knappe Niederlagen gegen die „Grashoppers“ und die „Streetkingz“ reichten für das Halbfinale gegen die „Zlatanisierten“. Ein überzeugendes 3:0 und das Finale am Samstagabend gegen die „Streetkingz“ stand fest.

Mit unbändigem Einsatz, kaum zu zügelndem Temperament, flüssigen Kombinationen und wunderbaren Toren spielten sich die „Black Stars“   in die Herzen der Zuschauer. Und beinahe hätte es zum großen Coup gereicht. Aber sie konnten eine 3:2 – Führung im Endspiel bis kurz vor Schluss nicht über die Zeit retten, erst fiel noch der Ausgleich und praktisch mit dem Schlusspfiff das 3:4. Trotzdem stemmten die „Black Stars“ stolz ihren Pokal für den 2. Platz in die Höhe. 27 Tore hatten sie im Verlaufe des Turniers geschossen, Liban Mahmud alleine 13. Glückwünsche von allen Seiten und endlich mit einbrechender Dunkelheit verdientes Essen und Trinken und Dank an Allah, wie es der Ramadan vorschreibt.

Am nächsten Wochenende geht es weiter im Bürgerturnier des SV Villmar. Maurice Heun trainiert bereits zahlreiche Fußballbegeisterte aus Pakistan und Afghanistan aus der REWE-Unterkunft. Auch die „Black Stars“ stoßen jetzt am Montag- und Mittwochabend ab 18.00 Uhr „Auf der Struth“ dazu. Die erste Vorsitzende des Helferkreises Villmar, Angelika Guidry,  hat schon mal drei Mannschaften angemeldet.

Black Stars+Beate+Foto: Betreuerin Beate Hepp mit den „Black Stars“

Finger-SpendeHelferkreis Villmar dankt den vielen Spendern

Pfarrer Ulrich Finger und seine Frau Uschi übergeben Kassiererin Claudia Deuster (Mitte, mit Flüchtlingskind auf dem Arm) vom Vorstand des Villmarer Helferkreises e. V. (HKV) 250 Euro für die Flüchtlingshilfe aus dem Verkauf von Marmelade. Das Geld kommt besonders auch den Kindern zugute, denen der Helferkreis mit Sport, Freizeit- und Deutschangeboten den ansonsten eher langweiligen Alltag abwechslungsreich zu gestalten versucht.

Claudia Deuster berichtet dankbar von zahlreichen Geldspendern, zu ihnen gehören auch die Veranstalter von Tells Bells, KAB und KFG Villmar, der MGV Weyer, das Werbestudio Nicole Laux, der Verein „Verantwortung statt Gewalt“, Weilburg, Mens Sana e. V. sowie private Spenden der Mens-Sana-Mitglieder um Monika Müller und der Geburtstagsgäste von Helmut Hübinger.

Darüber hinaus erhielt der HKV umfängliche Sachspenden, Kleidung, Deutschmaterialien, Pavillons, Spielsachen, Sportgeräte, Tischtennisplatten und –Utensilien, Billardbälle und Queues, Gitarren… und viel anonyme Unterstützung durch den Kauf nützlicher Artikel aus Kisten bei REWE und im Kiebitz-Markt.

Inzwischen hat der HKV ein Spendenkonto bei der Kreissparkasse Weilburg eingerichtet: DE71 5115 1919 0151 4231 42;

jw, Foto: Tanja Gierden

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Christiane Holzhäuser regt Kinderphantasien an

(jw). Der Wochenplan für die Flüchtlinge in der REWE-Unterkunft ist um ein weiteres Angebot für Kinder bereichert worden. Jeden dritten Samstag im Monat kommt Christiane Holzhäuser aus Offheim und bietet kreatives Malen an. Sie weiß aus pädagogischer Erfahrung, wie wichtig ästhetisch-sinnliche Erlebnisse für die Welt der Kinder sind. Kunst und Musik sind z. B. wichtige nicht-sprachliche Kommunikations- und Ausdrucksformen, bei denen vielfältige geistige Lernprozesse  und soziale Fähigkeiten entwickelt werden. Die Kinder hatten einen Riesenspaß und gestalteten beim freien Malen mit ihren Händen oder Pinseln wahre Kunstwerke, die im „Container“ aushängen und bestaunt werden können.

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„Wir und die Flüchtlinge – Sport kann Brücken bauen!“

Das war das Motto einer gemeinsamen Aktion der Leichtathletikfreunde Villmar, Fleckenkicker, des Tischtennis-Clubs und Helferkreis Villmar sowie der freiwilligen Feuerwehr Villmar. Walter Haas hatte die Vereine, Flüchtlinge und Bürger Villmars eingeladen zu einem Nachmittag bei Sport und Spaß auf dem Gelände der Leichtathletikfreunde und in der Schulturnhalle.

Mitglieder des Helferkreises holten die Flüchtlinge, von denen viele das Angebot gerne annahmen, an der Gemeinschaftsunterkunft im alten REWE-Markt ab und liefen gemeinsam mit ihnen zum Aktionsgelände. Walter Haas, Ralf Gebhardt, Axel Paul und Angelika Guidry begrüßten die Gäste und erklärten die verschiedenen Angebote von Basketball, Volleyball und Fußball über Tischtennis in der Halle bis hin zu Spritzübungen bei der Feuerwehr.

Ruckzuck hatten die hauptsächlich jungen Männer und Kinder sich auf die verschiedenen Angebote aufgeteilt. In der Schulturnhalle wurde eifrig Tischtennis gespielt und Ralf Gebhardt entdeckte einige talentierte Spieler. Beim Volleyball konnten sich die Jungs und auch der eine oder andere Helfer austoben und es kam zu spannenden Spielen, die Spielern und Zuschauern viel Spaß bereiteten. Auch der Basketballkorb wurde fleißig genutzt, viele Bälle wurden in den Korb versenkt, während auf der Wiese der Fußball eifrig hin und her gekickt wurde.

Bei der Feuerwehr amüsierten sich die Kinder königlich beim Üben von Spritzen und Pumpen. Manche versuchten in ihrem Übermut, die Erwachsenen mit dem Wasserstrahl zu erwischen – glücklicherweise sorgte der strahlende Sonnenschein dafür, dass „Feuchtigkeitsschäden“ schnell wieder trockneten.

Für viel Spaß und Freude sorgte auch die große Hüpfburg, die die Kleinen (und später auch die Großen ;-)) mit Begeisterung nutzen. Zwischendurch konnten sich die Gäste mit leckerem, selbst gebackenen Kuchen, der von Mitgliedern der Vereine gespendet worden war, stärken und ihren Durst mit Kaltgetränken, Kaffee und Tee löschen.

Das Angebot machte unseren Gästen aus fernen Ländern so viel Spaß, dass sie darum baten, regelmäßig an Trainingszeiten teilnehmen zu dürfen. Die Vereine werden dies umsetzen und einen entsprechenden Plan in der Gemeinschaftsunterkunft aufhängen.

Wir blicken zurück auf einen wunderschönen und friedlichen Tag, der in uns allen ein Gefühl absoluter Zufriedenheit hinterlassen hat – und wir möchten solche Veranstaltungen gerne wiederholen. Denn, wie Samira (13) sagte: „Es war soooo schön“!

SO geht Integration!

Angelika Guidry

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Hüpfburg

Fotos: Jürgen Weil

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Helferkreis Villmar erhält 50 Deutschbücher als Spende

Der Verein „Verantwortung statt Gewalt“ hat die Phantastische Bibliothek in Wetzlar, den Weilburger Flüchtlings-Treffpunkt und die „Oase“ in Staffel bereits mit Deutschbüchern versorgt. Jetzt hat Vereinsvorsitzender Walter Hölzer auch dem Helferkreis Villmar e. V. 50 Exemplare des bewährten Deutsch-Sprachkurses von Anne Bietz übergeben. Der Titel „Ach so!“ verrät, dass es nicht nur um das Erlernen der deutschen Sprache geht, sondern auch um die Werte der demokratischen Kultur in Deutschland. Die Deutschgruppe um Fabian Eigenbrodt und die erste Vorsitzende, Angelika Guidry, bedankten sich herzlich für die großzügige Spende. Neugierig blätterten gleich Kinder und ihre Eltern in einem Container der Gemeinschaftunterkunft in den reich bebilderten Büchern.

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Foto: Jürgen Weil

Das WIR schafft’s – Helferkreis Villmar e. V. gegründet

Villmar (jw). 32 Gründungsmitglieder haben am 26. Februar den gemeinnützigen Verein „Helferkreis Villmar e. V.“ ins Leben gerufen. Sie wählten Angelika Guidry zur ersten Vorsitzenden und Paul Arthen zu ihrem Stellvertreter. Mit der Einrichtung einer vorübergehenden Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im alten REWE-Markt setzen sich inzwischen fast 50 ehrenamtliche Helfer auch für diese Asylbewerber ein und hoffen jetzt als eingetragener Verein noch wirkungsvoller auftreten zu können.

Ziel des Vereins ist die „ideelle und finanzielle Förderung von Menschen in Not“, heißt es in der einstimmig angenommenen Satzung ausdrücklich, auch wenn im Moment die „sozialen, kulturellen, erzieherischen, bildungsbezogenen und sonstige Bedürfnisse“ der Flüchtlinge im Vordergrund stehen. So können Anträge für Zuschüsse gestellt, Spenden generiert und Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. Im Vordergrund stehen dabei die Unterstützung der individuellen Lebenshilfe, die Förderung der Verständigung zwischen den Villmarer Bürgern und den Menschen unterschiedlicher Nationalität und Religion, um Ängste zu nehmen und Vorurteile abzubauen. Kommune, Caritas und Pfarrgemeinde haben bereits finanzielle Förderung in Aussicht gestellt.

Obwohl Kreis und Kommune bisher nicht in der Lage waren, die notwendigen Mittel für echte Orte der Begegnung und ausreichend Personal für die Betreuung zur Verfügung zu stellen („Ehrenamt braucht Hauptamt“), haben sich die Helfer mit vielen Provisorien arrangiert und können jetzt nach zwei Monaten hartnäckigen Nachhakens bei der GAB beispielsweise einen Container nutzen für Deutschunterricht, Kinderspiele, Beratungsgespräche, Gespräche unter Frauen und sogar für eine privat organisierte Kleiderausgabe. Ein Wochenplan ist aufgestellt und wird, auch ins Englische und Arabische übersetzt ausgehängt.  Eine Helfergruppe bietet unterschiedliche Projekte an, die Erwachsene und Kinder gleichermaßen ansprechen, Sportangebote in Kooperation mit dem Turnverein laufen, Aufräumarbeiten mit Kindern und Wanderungen zu nahen Spielplätzen finden statt, auch ein Fahrdienst für notwendige Behördenbesuche oder kurzfristige Notfälle ist eingerichtet.

Nach wie vor werden Räumlichkeiten für einen Treffpunkt und eine Kleiderkammer gesucht. Die Versammlungsteilnehmer bringen eine Zeltlösung wie bei der „Oase“ Staffel ins Gespräch. Weitere Forderungen sind mehr weibliches Security-Personal als Ansprechpartner für Frauen, die auch oft nachts Ängste haben auf die Toilette zu gehen, eine Ausweitung der Präsenszeiten für soziale Betreuung und Fürsorge und die Nutzung eines Angebotes des Runkeler Gastronoms Mohamed Al-Tawari, der zum gleichen aktuellen Preis die Verköstigung der Menschen im Sinne der orientalischen Küche anbietet. Anscheinend kommt es auch immer wieder zu Unregelmäßigkeiten, am 27.2. zum Beispiel gab es vom Catererlieferanten kein Wasser zu den Mahlzeiten. Die „Bewohner“ trinken dann Wasser aus dem Dusch- bzw. Toiletten-Container.

Weitere Vorstandswahlen unter der souveränen Regie von Wolfgang Friedrich brachten bei wenigen Enthaltungen ins Amt: Claudia Deuster als Kassiererin, Jaqueline Laux als Schriftführerin und Jürgen Weil als Pressesprecher. Die Gründer beschlossen mit einem Euro eine bewusst niedrige Aufnahmegebühr, ein Formular dazu kann auf villmar.de heruntergeladen werden. Viel Applaus erhielten die Vorbereiter der Gründungsversammlung, zu ihnen gehörte auch Angelika Guidry. „Das schaffen wir!“, verkündete sie, „das WIR schafft’s“, das von Pfarrer Michael Vogt vorgeschlagene Motto des Helferkreises Villmar.

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Der geschäftsführende Vorstand des „Helferkreises Villmar e. V.“, vo. li., Kassiererin Claudia Deuster, Pressewart Jürgen Weil, Schriftführerin Jaqueline Laux, 2. Vorsitzender Paul Arthen, 1. Vorsitzende Angelika Guidry

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Gründungsversammlung

Antrag auf Mitgliedschaft (Doppelklick zum Vergrößern):

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„Helferkreis Villmar“ macht Druck
Treffpunkt und Kleiderkammer sollen Begegnungsräume schaffen

Villmar (jw). Auf 42 aktive Helfer hat sich der Flüchtlingskreis Villmar inzwischen verdreifacht. Mit der Einrichtung einer vorübergehenden Gemeinschaftsunterkunft im alten REWE-Markt sind vielfältige Aufgaben hinzukommen, auch Probleme entstanden. Um sie zu bewältigen wird auch eine Vereinsgründung überlegt.

Dies ist auch das Ergebnis eines Treffens mit den Verantwortlichen der im Auftrag des Kreises zuständigen GAB (Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung), Limburg, Jutta Gabriel und Sozialarbeiter Meysam Ehtemai sowie Bürgermeister Arnold-Richard Lenz. Paul Arthen und Jürgen Weil moderierten die zweistündige Veranstaltung im Gasthaus „Zum Rathauseck“. Schnell wird klar: Dringend nötig sind schnelle Entscheidungen über die Einrichtung eines Treffpunktes außerhalb des für Besucher nicht zugänglichen Schutzraumes, mit Begegnungscafè und Spielmöglichkeiten für Kinder, mit abwechslungsreichen Angeboten für die Bewohner. Ein aufgestellter unbeheizter Container ohne Strom erscheint völlig ungeeignet, könnte aber sinnvoll von Flüchtlingen genutzt werden, von denen manche durchaus bis zu sechs Wochen vor Ort sind, bevor sie in dezentrale Unterkünfte kommen. Vor allem muss eine Kleiderkammer gefunden werden mit passenden Regalen zum sinnvollen Ordnen der zahlreichen Spenden. Helfer werden angebotene Räumlichkeiten begutachten.

Viel wird bereits improvisiert, Astrid Schwenk-Schmidt, Susanne Kremer und Bärbel Schäfer beschäftigen einmal die Woche unter dem Dach des TV Villmar und seiner Turnhalle Kinder mit Sportangeboten, ein syrischer Sportlehrer ist dabei und dolmetscht. Dies bietet auch Said Salah an, ein bereits gut Deutsch sprechender Somalier mit Aufenthaltsstatus, der eine feste Unterkunft mit seiner Familie in Villmar hat. Meysam Ehtemai gibt auch schon mal gezielt Kleidungsstücke an Bedürftige weiter. Er kündigt an, dass ein Hofteil des abgesperrten alten Parkplatzes für den öffentlichen Zugang und damit für mehr Begegnungsmöglichkeiten abgetrennt wird. Die Kommune unterstützt bereits über den Bauhof Transport und Lagerung von Materialien. Sie bietet jetzt auch Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge mit einem grünen Ausweis an, die arbeiten dürfen und sich so auch sinnvoll einbringen und erproben können.

Viele Ehrenamtler betonen in einer Vorstellungsrunde, dass sie darauf warten eingesetzt zu werden. Darunter Lehrer für ersten Deutschunterricht, Kontaktpersonen zu Sportvereinen, Begleiter zu Behörden, Übersetzer, Erzieherinnen, die mit Kindern spielen und arbeiten wollen. Eine Gruppe um Claudia Deuster und Beate Heimerl wird die zukünftige Kleiderausgabe organisieren. Ein zu gründender Verein könnte als Mieter von Räumlichkeiten auftreten und Spenden generieren. Spontan sagt Bürgermeister Lenz zu, sich um finanzielle Unterstützung durch die Kommune zu bemühen. Allerdings erwarten die Versammlungsteilnehmer, dass die Gemeinde als Mieter auftritt, wie das die Stadt Weilburg für seinen Treffpunkt macht. Alle Versicherungsprobleme wären gelöst und würden keine zusätzlichen Kosten verursachen. Elfriede Muth und Denise Görke werden kirchliche Gremien um weitere Unterstützung ansprechen. Es bleibt unklar, ob nicht auch Gelder von Land, Regierungspräsidium, dem Träger der GAB und dem Kreis erwartet werden können.

Die GAB-Vertreter stellen sich kritischen Fragen, die der alte Helferkreis um Angelika Guidry schriftlich vorbereitet hat: Die Duschen in den Spezialcontainern funktionieren nicht, schichtweise müssen sich 170 Bewohner seit 14 Tagen in drei Duschen waschen. Antwort: Eine Reparatur durch Hausmeister oder Fachleute der GAB war nicht möglich, es sollen in Kürze zwei neue Container mit je sechs Duschen kommen, die Fachfirmen sind überlastet. Helmut Hübinger, Fabian Eigenbrodt, Linda Hetzer und Claudia Stein bieten Hilfe an und wollen sich um kurzfristige, improvisierte Lösungen kümmern. Müll liegt überall auf dem Gelände. Antwort: Die Mülltonnen sind zu klein, größere sind bestellt. Über kürzere Abholzeiten wird nachgedacht. Wie steht es um die Sauberkeit insgesamt? Antwort: Eine Fachfirma reinigt täglich die Räumlichkeiten und holt regelmäßig die Bettwäsche ab, die Flüchtlinge waschen ihre Kleidung selbst in aufgestellten Waschmaschinen. Wie oft ist Sozialarbeiter Ehtemai vor Ort? Antwort: Mindestens zweimal pro Woche, auch um Post persönlich zuzustellen. Er komme bei Problemen sofort und sei immer in seinem Limburger Büro oder per Handy erreichbar und werde auch durch das Security-Personal eingeschaltet.

Jutta Gabriel sagt zu, bei allen, auch technischen Fragen, für entsprechende Weiterleitung zu sorgen. Sie bittet um Verständnis dafür, dass ihre Behörde unter hohem Belastungsdruck arbeite. Man könne auch stolz sein, dass mittlerweile 91 anerkannte Flüchtlinge in Wohneinheiten der Großgemeinde Villmar untergebracht seien und sich integrierten. Ihre Kinder könnten jetzt z. B. Kindergärten und Schulen besuchen. Auch Arnold-Richard Lenz sieht diesen Zuzug als Chance angesichts des demografischen Wandels. Besonders eindringlich bedankt er sich für das erkennbar große Engagement des Villmarer Helferkreises. Meysam Ehtemai bedankt sich für die zahlreichen Vorschläge. „Wir brauchen Sie für die riesige gemeinsame Aufgabe, halten Sie mich auf dem Laufenden.“ Der Helferkreis hat sich vernetzt, um sich schnell für die anstehenden Aufgaben verabreden zu können. Markus Kriegel gibt Informationen über eine Facebook-Seite weiter, die bereits tausendfach angeklickt wurde. Regelmäßige Planungstreffen für alle finden jeden dritten Dienstag im Monat statt, das nächste am 16.2.2016  um 19.30 Uhr im „Rathauseck“.

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Foto (Jürgen Weil): Jutta Gabriel und Meysam Ehtemai (Mitte) stellen sich den Fragen des Villmarer Helferkreises, moderiert von Paul Arthen (stehend)

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Foto „Helferkreis“ von Tanja Eigenbrodt
Fotos Geschenkeübergabe von Jürgen Weil
Fotos aus der Schule von Beate Hepp

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Informations-Veranstaltung zur Erstaufnahme-Einrichtung in ehemaligem Einkaufsmarkt – 300 Besucher zeigten großes Interesse an der Flüchtlings-Situation

Der große Saal der König-Konrad Halle Villmar war bis auf den letzten Platz besetzt, etwa 300 waren gekommen, um sich über die aktuelle Flüchtlingssituation in Villmar zu informieren. Es herrschte fast eine Art Aufbruchsstimmung im Saal, einige wollten am liebsten sofort mit dem Helfen anfangen, mussten sich dann aber belehren lassen, dass auch das „freiwillige Helfen wollen“ erst organisiert werden muss.

Bürgermeister Arnold Richard Lenz eröffnete die Veranstaltung: „Wir wollen heute nicht über die große Politik diskutieren, sondern darüber, wie wir in Villmar mit der Situation umgehen können“ gab er zu verstehen. Seit dem 8. Dezember werden im alten REWE-Markt in Villmar Flüchtlinge untergebracht. Es handelt es sich hier um eine Erstaufnahme-Einrichtung für maximal 200 Personen. Der Aufenthalt der Flüchtlinge dauert zwischen drei und fünf Tagen, in Einzelfällen – z. B. beim Fehlen von nötigen Papieren – auch schon mal bis zu drei Monaten. Neben diesen grundlegenden Informationen konnte man bei der Veranstaltung auch Einzelheiten über das Lager selbst erfahren. Betrieben wird es von der „Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung“ (GAB). Deren Geschäftsleiter Wolfgang Koch berichtete über die Gegebenheiten in Villmar: „Innerhalb kürzester Zeit mussten die Räumlichkeiten hergerichtet werden. Stellwände wurden in dem leeren Raum aufgestellt, die jeweils eine Rückzugsmöglichkeit für bis zu acht Menschen bieten. Da der Markt über keine sanitären Anlagen verfügte, wurden Container mit Waschgelegenheiten und WCs auf dem Parkplatz davor bereitgestellt.“ Ein Catering-Unternehmen versorgt die Menschen dreimal täglich mit Essen, ein Wachdienst sorgt rund um die Uhr für Sicherheit.

Ein Thema war auch der große Zaun rund um das Gelände. Er dient einmal als Schutz für die Flüchtlinge, andererseits soll er ein Stück weit die Privatsphäre der untergebrachten Menschen wahren. Allerdings wird er in den nächsten Tag ein Stück zurückgesetzt, damit die Fußwege rund um den Markt wieder begehbar sind, versprach Bürgermeister Lenz. Knuth Rehn von der Flüchtlingshilfe Weilburg informierte über die ehrenamtliche Hilfe in Weilburg. Zwar macht ein auf länger angelegter Sprachkurs angesichts der kurzen Verweildauer der Menschen wenig Sinn, aber erste Worte auf Deutsch wie „Guten Tag“, „Danke“ oder „Bitte“ kann man auf jeden Fall schon mal vermitteln. Auch das Thema Sachspenden kam zur Sprache, wo und wann die abgegeben werden können. Dazu empfahl Rehn eine Zusammenarbeit mit der Flüchtlingshilfe Weilburg. In Waldhausen gibt es ein Lager, in dem Kleider und andere Sachspenden gesammelt und von dort aus sinnvoll verteilt werden können. Villmar könne sich jederzeit dort „bedienen“ oder auch Spenden anliefern, war Rehns Vorschlag.

Damit die Villmarer Bürger und die Flüchtlinge eine Chance haben einander zu begegnen und kennenzulernen, wird über die GAB demnächst ein Raum angemietet, der als Treffpunkt dient. Verantwortlich für die Organisation der Einrichtung und – fast – immer vor Ort ist Diplom Wirtschafts-Ingenieur Meysam Ehtemai. Auch er stand Rede und Antwort, zum Beispiel bei der Frage aus dem Publikum nach geschächtetem Fleisch für die Muslime. „Wir versuchen permanent den Menschen das Beste zu ermöglichen, viele Gesundheitsbestimmungen müssen erfüllt sein. Anhand der vielen Gruppierungen ist es allerdings nicht möglich, auf alle Rücksicht zu nehmen“, erklärte Ehtemai.

Im Verlaufe der Veranstaltung wurde immer wieder deutlich, dass zur Bewältigung der Problematik ein „langer Atem“ nötig sein wird, und neben der bereits bestehenden und bestens funktionierenden Flüchtlingshilfe in Villmar viele weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gebraucht werden. Ein Besucher kritisierte, dass es viele gibt, die helfen wollen, allerdings fehle es an Ansprechpartnern von denen man „Hilfe in Sachen Helfen“ bekommen könne. Ingrid Pohl von der Villmarer Verwaltung machte darauf aufmerksam, dass es bereits eine Liste gäbe, auf der auch schon einige Villmarer eingetragen wären. Sowohl sie selbst aber auch ihre Kollegin Rabia Karakoyun nehmen weitere Hilfsangebote gerne telefonisch entgegen, darüber hinaus war am Ende der Veranstaltung Gelegenheit, sich auf den bereitliegenden Listen einzutragen. Der Vorschlag aus dem Publikum, noch mehr auf der Gemeinde-Homepage oder dem Gemeindeblatt zu „werben“, wurde von Bürgermeister Lenz dankend angenommen.

Zum Thema „Helfen“ informierte auch Andreas Börner vom Sozialamt Limburg/Weilburg darüber, dass es bereits im Januar einen Kurs für Menschen geben wird, die tiefer in die Thematik einsteigen wollen. Der Kurs beginnt am 13. Januar, weitere Informationen gibt es über das Sozialamt. Auch die Frage nach dem fehlenden Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge kam zur Sprache. Zwar war Rehn der Meinung, dass es sehr positiv wäre, wenn diese Menschen nicht in Ballungsräume abwandern, sondern sich hier in der Region niederlassen würden. Die Frage eines Besuchers, ob es dadurch zu „Zwangseinsiedlungen bei anderen Bürgern“ kommen könne, wurde allerdings selbstverständlich verneint.

Zum Schluss befragte Bürgermeister Lenz Kriminal-Kommissar Jürgen Pörtlein nach der „Kriminalität“ im Zusammenhang mit der Villmarer Einrichtung. Pörtlein, verantwortlicher Betreuer des Lagers, gestand wohl ein, dass es hin und wieder zu Auseinandersetzungen komme, allerdings auch nicht mehr als in der übrigen Gesellschaft. Im Hinblick darauf, dass diese Menschen sehr dicht aufeinander rücken müssen und zudem aus völlig verschiedenen Nationen kommen, lassen sich Missverständnisse nicht immer vermeiden.

Auch wenn am Ende der Veranstaltung der eine oder andere befürchtete, dass man die Ehrenamtsbereitschaft der Villmarer Bürger überschätze, wurden doch an diesem Abend sowohl von Seiten des Podiums als auch aus den Reihen der Besucher sehr viele Impulse gegeben, die anderes vermuten und hoffen lassen. gbr

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Bericht und Bild von Frau Gertrud Brendgen

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