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Solidaritätsbekundungen für Familie Gashi

Villmar (jw). Dutzende Eltern, Kinder, Lehrer, Freunde, Mitglieder des Helferkreises, Pfarrer und Bürgermeister haben mit Plakaten und in Interviews Reportern der Hessenschau gezeigt: „Familie Gashi gehört nach Deutschland“.

Keine drei Stunden, nachdem Sebastian Scheiber vom Hessenfernsehen sein Kommen in Begleitung eines Hörfunkteams angekündigt hatte, versammelten sich vor allem die Schulkameraden und Eltern der von Abschiebung betroffenen Elvedin (9), Eldin und Eldina (7) und ihrer kleinen Schwester Ajla (3) am Vereinsheim der Leichtathletikfreunde zur Solidaritätskundgebung. „Was für eine tolle engagierte Elternschaft“, sagte Lehrerin Beate Hepp stolz. Ebenfalls sichtlich ergriffen nahmen die Eltern Erdan und Azra Gashi gegenüber den Hessenreportern Stellung zu dem, was sie seit Wochen fürchten. Die Behörden haben sie aufgefordert, ihre freiwillige Ausreise vorzubereiten. Sie haben sich inzwischen beim bosnischen Konsulat in Frankfurt um die notwendigen Papiere gekümmert, sonst droht der unverhoffte Polizeieinsatz.

Dabei hoffen Gashis immer noch, dass sie nach fast sieben Jahren erfolgreicher Integration bleiben können. „Villmar ist Heimat“ und „Sie gehören zu uns“ steht auf den Plakaten. „Ich schlafe nachts kaum noch!“, sagt Erdan in die Kamera und steht doch pünktlich auf, um zur Arbeit zu fahren, die seine Familie zu 100% ernährt. Eine Bedingung für ein Bleiberecht, eine andere: die deutsche Sprache beherrschen. Tun sie, und die Kinder sprechen nach Jahren in Kindergarten und Schule sogar akzentfrei deutsch. Balkanländer gelten als sichere Herkunftsländer, Bosnien war es für die dort diskriminierten „Roma“ eigentlich nie. Und für die Kinder sowieso ein unbekanntes, fremdes Land. Angelika Guidry, Vorsitzende des Villmarer Helferkreises, sagte an die Adresse der politischen Entscheidungsträger: „Herr Innenminister (Peter Beuth, CDU), bitte sehen Sie nicht einen Erfolg Ihrer Politik in der Zahl der ‚freiwilligen Rückkehrer‘, sondern in der Zahl menschlicher Entscheidungen für ein dauerhaftes Bleiberecht integrierter liebenswerter Neubürger.“

Fotos (Weil):

Solidaritätsbekundung für die Familie Gashi

Hessenschau-Reporter interviewen die Familie Gashi