Neuer Anlauf für Marmor-Museum in Villmar

 

Villmar. Eigentlich war das Thema Marmor-Museum in Villmar erledigt. Nun unternimmt der Lahn-Marmor-Verein einen neuen Versuch, das Projekt auf die Beine zu stellen.

Dazu gab es nun im Bauamt der Gemeinde einen Termin, an dem der Vorsitzende des Vereins Lahn-Marmor-Museum, Volker Klemens, Bürgermeister Arnold-Richard Lenz, dessen Vorgänger Hermann Hepp sowie Vertretern aller Fraktionen der Gemeindevertretung und weiteren Interessierten die überarbeiteten Pläne vorstellte. Der Verein setzt dabei auf das Konzept einer schlichten Industriebauweise. Die Vertreter der gemeindlichen Gremien signalisierten nach der Vorstellungsrunde ihre Bereitschaft, sich zeitnah mit den Vorschlägen des Vereins zu befassen und zu beraten.

Die neuen Pläne stammen von dem Limburger Architekturbüro Kramm. Wie André Kramm erläuterte, ist ganz bewusst eine Industriebauweise als Möglichkeit der Umsetzung gewählt worden.  Es wurden 600.000 Euro als Obergrenze für die Baukosten inklusiv Einrichtung festgezurrt. Dafür entstehen ca. 600qm Ausstellungsfläche sowie ca. 250qm sonstige Nutzfläche.

Nach Angaben von Kramm wird der künftige Museumsbau trotz dieser schlichten, einfachen Bauweise die aktuellen Vorgaben bezüglich Dämmung und Brandschutz einhalten. Die Ausstattung des Museums werde ganz klar an der Darstellung der Objekte orientiert, mit denen das Museum aufwarten will. So soll zum Beispiel an dem geplanten Standort schräg gegenüber des Villmarer Bahnhofs  der Boden schlicht mit hoch belastbaren Betonplatten ausgelegt werden.

Die Stützmauern sollen nach Angaben von Kramm in Form von Gabionenwänden gebaut werden, auch dies spare Kosten. Und schließlich solle die Verwendung moderner Technik dazu führen, die Energiekosten möglichst niedrig zu halten.

Herr Kramm verwies auf die variablen Möglichkeiten bei der vorgesehenen Bauweise.

Dies sei für die Gewährung von öffentlichen Zuschüssen und der Forderung nach einer zeitlichen Mindestnutzung für touristische Zwecke durchaus von Bedeutung. 

Gleich zu Beginn der Vorstellung der neuen Pläne im Bauamt hatte Vorsitzender Volker Klemens darauf verwiesen, dass bisherige Entwürfe von den Beteiligten als nicht finanzierbar eingestuft wird. Dies betreffe nicht nur die Baukosten sondern auch die zu erwartenden Unterhaltskosten. Klemens betonte mehrfach, dass es dem Verein nur mit Hilfe der Gremien der Gemeinde möglich sei, ein Lahn-Marmor-Museum in Villmar zu realisieren.

Dabei dränge die Zeit, denn zur Realisierung werden Zuschüsse aus dem Topf des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erwartet. Alle öffentlichen Zuschüsse zusammen sollen 50 Prozent der Baukosten decken. Die Gemeinde muss allerdings bis Ende September formal die Bereitschaft zur Umsetzung des Museumsbaus und der Abruflung der Fördergelder signalisieren.

Die Gemeinde hatte in der Vergangenheit bereits klare Signale gesendet, um den Bau eines Museums zu unterstützen. Die Vertretung hatte sich am 5. November 2009 für die Errichtung des Museums ausgesprochen und einen Finanzierungsanteil in Höhe von 200.000 Euro in Aussicht gestellt. Das Geld sollte zum größten Teil aus dem Verkauf der alten Schule in Villmar erlöst werden.

Dass der Marktflecken Villmar mit seinem Naturdenkmal Unica-Bruch quasi der „prädestinierte Museumsstandort“ ist, daran ließ Klemens keinen Zweifel. Doch nicht nur der ehemalige Marmorbruch, sondern auch die Bedeutung der Marmorverarbeitung für den Ort selbst seien wichtige Anker für den Museumsstandort Villmar. Über Generationen habe der Abbau und die Verarbeitung des Marmors den Menschen  Arbeit und Brot gegeben.

Doch sei Villmar nicht nur mit Blick auf die Vergangenheit als Museumsstandort auszuwählen, sondern auch im Hinblick auf die Zukunft. Der Geo-Park Westerwald-Lahn-Taunus ist nach Angaben von Klemens im Aufbau und er werde für die gesamte Region ein Gewinn werden. Mit einem Museum könne Villmar zu einem Eingangstor des Geo-Parks werden. Ohne Museum hingegen bleibe nur ein so genannter Informationspunkt – und der sei touristisch deutlich weniger bedeutend.

Wie Vorstandsmitglied Rudi Konrads während der Versammlung im Bauamt erläuterte, geht der Verein von zunächst  ca. 10.000 erwachsenen Besuchern des künftigen Museums aus. Diese Zahl sei aufgrund bisheriger Besucherzahlen (Unicabruch und das bestehende Museum in der Ortsmitte mit seinen eingeschränkten Öffnungszeiten) durchaus realistisch. Die Kubacher Kristallhöhlen, so der Hinweis Konrads, verzeichneten im Schnitt etwa 30.000 Besucher pro Jahr. Und im Gegensatz zu dem Standort der Höhlen habe das künftige Museum in Villmar eine gute Verkehrsanbindung und liege für Lahntouristen auf der Route.

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